Creepers – Leisetreter im Fokus

Rote Creepers

Creepers sind Kult. Welcher Schuh kann schon von sich behaupten, dass ihm ein Rocksong gewidmet wurde? In Blue Suede Shoes stellte Carl Perkins 1955 klar, dass niemand auf seinen blauen Velourslederschuhen herumtrampeln durfte, was ein Jahr später Elvis Presley in seiner erfolgreichen Coverversion bekräftigte.

 

Creeper Sneakers aus grauem Wildleder

Creepers gibt es auch in sportlichen Varianten

Doch was hat es mit besagten Schuhen auf sich?

Es handelt sich um flache Schuhe mit hohen Kreppsohlen, die ihren ersten Auftritt im Zweiten Weltkrieg hatten, getragen von englischen Soldaten in Nordafrika. Damals war der Schuh mit der markanten Sohle rein zweckdienlich und sollte Hitze, Sand und Insekten von den Soldatenfüßen fernhalten. Spätestens aber nach Kriegsende, als die Soldaten mit eben diesem Schuhwerk die Londoner Szene unsicher machten, wurden Creepers, auch „Brothel Creepers“ genannt, zum Modestatement.

 

Und wie sehen diese Schuhe genau aus?

Das Obermaterial bestand zunächst aus gebürstetem Wildleder (= suede), was den Nachteil hatte, dass die Schuhe extrem schmutzempfindlich waren (womit wir wieder bei Elvis und den Blue Suede Shoes wären). Inzwischen und auch aus diesem Grund gibt es Creepers aus Glattleder, Stoff und anderen Materialien. Die durchgängige, weiche Gummisohle hat senkrechte Rillen und ist bis zu 5 cm hoch, wenngleich auch Modelle mit doppelter oder dreifacher Höhe zu haben sind („elevator shoes“). Die Schuhe werden geschnürt oder sind mit einer Schnalle versehen.

 

Creepers aus Leder in Schwarz und Weiß

Schuhe für den Teddyboy-Look

Wie ging es mit den Creepers nach Kriegsende weiter?

In den 50ern und 60ern wurden die Leisetreter von der Teddy-Boy-Bewegung (Teds) aufgegriffen, und mit Röhrenhose, knielangem Jacket, Fönwelle und Bolotie kombiniert. In den 1960ern wurden die Teds von den Rockabilly-Kids abgelöst, die die Creepers in ihren Modestil integrierten.

Creepers mit Leoprint

Auch Liebhaber ausgefallener Schuhe kommen auf ihre Kosten.

Dass sich in den 70ern auch andere Subkulturen wie Psychobillies, Punks und Goths für Schuhe mit den Kreppsohlen interessierten, lag wohl vor allem an Vivienne Westwood, die diese mit ihrem damaligen Partner Malcom Mc Laren in ihrem berühmten Londoner Laden „Let It Rock“ verkaufte. Neben Dr. Martens waren Creepers einfach ein Must-have in jedem Schuhschrank.

 

Wie komme ich an Creepers?

Einer der bekanntesten und namhaftesten Hersteller von Creepers ist die Firma TUK, von der viele Modelle bei uns im Shop zu finden sind. Bei Underground England sind extrem ausgefallene Modelle erhältlich, und wem das alles noch zu „Mainstream“ ist, der kann sich online seine eigenen Modelle nach seinen Wünschen „basteln“ und zusenden lassen (zum Beispiel bei Shoevita).

 

 

1 Comment

  • Peter sagt:

    Die bei weitem besten Creepers hat in den 80er Jahren die Firma George Cox aus England hergestellt. Die gibt es sogar noch. http://www.georgecox.co.uk
    Da kam die Konkurrenz von Underground qualitativ nicht ran.

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