The Firebirds Burlesque Show

Firedbirds Burlesque Show

Kurz vor Ende der aktuellen Tour der diesjährigen Firebirds Burlesque Show haben wir es uns natürlich auch nicht nehmen lassen, diesem Event einen Besuch abzustatten. Dass unser persönliches Feedback dazu erst so spät kommt, ist dem Tourplan geschuldet. Aber unser Rückblick ist gleichzeitig auch eine dringende Empfehlung an euch, die Veranstaltungsreihe fürs nächste Jahr im Hinterkopf zu behalten.

Die Firebirds Burlesque Show wartet mit allem auf, was man an einem solchen Abend erwartet: Viel Musik, viel Entertainment, schöne Frauen, jede Menge Rock’n’Roll. Eröffnet wird die Show von den Firebirds, den Konzept- und Tongebern der Konzerttour, die 2017 in die dritte Runde geht.

Pearlettes

Die Pearlettes – optisch und stimmlich eindrucksvoll

Unterstützt werden die fünf adretten Herren dabei von den Pearlettes, die nicht nur weibliche Abwechslung in den Gesang bringen, sondern auch noch für jeden Auftritt ihr zauberhaftes Outfit gegen ein noch besseres austauschen – wir haben irgendwann aufgehört zu zählen.

Zudem ist ihre tänzerische Choreographie hinreißend. Die Auswahl der Titel, die selten originalgetreu, sondern meistens neu interpretiert werden, orientiert sich erwartungsgemäß hauptsächlich an den Klassikern der 50er und 60er Jahre. Aber auch einige Überraschungen hat das Programm zu bieten, darunter Lieblingstitel der Firebirds von Dion and the Belmonts oder, vielleicht nicht für jeden ganz verständlich aber durchaus eingängig, Tina Turner’s Nutbush City Limits.

Firebirds

Die Firebirds sind wahre Meister ihres Fachs

Überraschungen gibt es auch in den künstlerischen Darbietungen beider Bands, die mit komödiantischem Talent das (in unserem Fall etwas träge) Publikum zu animieren wissen. Das führt natürlich auch zum gefürchteten Erste-Reihe-Schock, denn das Publikum wird mehrfach in die Show integriert. Allerdings kann es auch jede andere Reihe treffen, eine vorsorgliche Platzauswahl im hinteren Bereich bringt nichts. Ist aber auch nicht schlimm, da sehr charmant, witzig und niemals übergriffig überredet wird. Und weigern kann man sich natürlich auch – wenn man sich traut. Ein Überraschunghighlight folgt während einer Burlesqueshow, aber der Reihe nach. Auffällig ist übrigens, dass fast alle Firebirds Multiinstrumentalisten sind und die verschiedenen Instrumente auch extrem gut beherrschen. Ein Jerry-Lee-Lewiseske Klaviersolo von Pianist Alexander zu – nicht sonderlich überraschend – Jerry Lee Lewis ist atemberaubend und man meint fast, im begeisterten Applaus ein wenig Erleichterung zu erkennen, weil man gerade noch dem Herzstillstand entkommen konnte.

Aber eine Burlesque Show wäre keine Burlesque Show, wenn es nur um Musik ginge. Natürlich ging es auch um Burlesque, die Königin des Striptease, die ihren Protagonistinnen mehr abverlangt, als nur das reine Entblößen. Es geht um humorvolle, theatralische Darstellungen, die nicht ganz nackt enden und den Betrachter seiner Phantasie überlassen.

Kiki la Bise

Kiki la Bise – Geschichtenerzählerin mit Humor.

Bei der Firebirds Burlesque Show übernehmen diese die Petit Fours, von denen Mademoiselle Parfait de la Neige, Kiki la Bise und Golden Treasure auf der Bühne Gas geben. Die großartige Mademoiselle Parfait de la Neige verzaubert dabei mit elfenhafter Leichtigkeit, welche durch klassisches Ballet ein leicht dramatisches Gewicht bekommt und den geneigten Zuschauer für einen kurzen Moment in eine ganz andere Welt schickt. Kiki la Bise verfolgt ein ganz anderes Ziel: Sie wartet mit Humor auf, ihre Performance erzählt vom Anfang bis zum Ende eine Geschichte, die immer zum schmunzeln, aber niemals albern ist. Außerdem sorgt sie für das bereits angedeutete Highlight: in ihrem ersten Auftritt wird der ebenfalls schon erwähnte Pianist Alexander mit einbezogen und man traut seinen Augen nicht, wenn die beiden plötzlich auf Turniertanzniveau ChaCha tanzen. Und fragt man sich, ob “der Tänzer mit dem Sixpack” einer von den Firebirds ist oder man da gerade was verwechselt. Das tänzerische Niveau der beiden kommt übrigens nicht von ungefähr: beide haben eine Turniertanz-Vergangenheit. Die dritte Burlesque-Tänzerin im Bunde, Golden Treasure, bringt ein ganz anderes Programm auf die Bühne. Sie kokettiert mit einem Humor, der, je nach persönlichem Geschmack, durchaus schon mal den Slapstick streift. Ihre Rollen sind tierisch, so ist sie einmal ein prächtiger Schwan, der mit seiner Schönheit nicht so recht umgehen kann und schließlich eine wilde Raubkatze, die mit vollem Körpereinsatz zeigt, wie man Strass zum Glitzern bringt.

Golden Treasure

Golden Treasure in einer ihrer tierischen Rollen

Die drei Burlesque-Performerinnen sind neben ihren unterschiedlichen Aussagen auf der Bühne auch optisch ganz unterschiedliche Typen, sodass wirklich jeder “Geschmack” bedient wird.

So bildet der gesamte Abend eine runde Zusammenfassung aller entertainmentrelevanten Sinnesansprachen ab. Die Pearlettes und die Firebirds sorgen mit großartigem Gesang, ganz gleich ob A-Capella oder mit vollem Instrumenteneinsatz, für Partystimmung (und in unserem Publikum auch für eine Menge Erinnerungen an alte Zeiten), die Burlesque-Künstlerinnen holen die Zuschauer auf den watteweichen Boden sinnlicher Tatsachen zurück und alle miteinander sorgen dafür, dass man viel zu lachen hat. Bravo!

Ein paar Shows gibt es noch in dieser Woche, falls ihr also noch nichts vorhabt und es noch Tickets gibt, können wir euch einen solchen Abend sehr ans Herz legen. Ansonsten solltet ihr die Tour im Auge behalten – nächstes Jahr gibt es definitiv wieder eine!

Die Firebirds Burlesque Show auf Facebook (hier findet ihr auch die noch ausstehenden Termine)

Fotos © The Firebirds

 

 

 

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