James-Dean-Film – Anton Corbijns “Life” und die Geschichte hinter der Story

Rockabilly Rules Magazin - Still aus Trailer von Life, Film über James Dean

Die Skepis war groß im letzten Jahr angesichts der Ankündigung eines Kinofilms über James Dean. Dass Twilight-Superstar und Teenieschwarm Robert Pattinson darin mitspielen würde, machte die Sache für viele  nicht unbedingt besser – trotz der beruhigenden Tatsache, dass dieser nicht James Dean spielt. Denn einen Mythos auf der Leinwand neu zum Leben zu erwecken, geht selten gut. Wie sollte das dann klappen, wenn dieser Mythos seit 60 Jahren als Inbegriff männlicher Coolness gilt? Auch Starregisseur Anton Corbijn (“Control”, “A Wanted Man”) gelingt es nicht, soviel sei verraten. Trotzdem ist der James-Dean-Film “Life” ein sehenswertes Stück Film, das sich 50s Fans und James-Dean-Verehrer nicht entgehen lassen sollten – auf DVD oder per Streaming.

Die Geschichte hinter dem James-Dean-Film “Life” – Dennis Stock und James Dean

Anders als es “Life” darstellt, war Fotograf Dennis Stock nicht besonders begeistert, als er James Dean das erste Mal auf einer Party begegnete. Das änderte sich erst bei einem Preview von “East of Eden”, dem Film, der die genauso kurze wie eindrucksvolle Hollywood-Karriere Deans mit einem Paukenschlag einläutete. Beeindruckt von der Leinwandpräsenz des Newcomers witterte Stock seine Chance und überredete den Schauspieler zu einer Fotoserie über seine Ursprünge. Das allein war höchst ungewöhnlich in den 50er Jahren. Normalerweise gaben sich Schauspieler nämlich alle Mühe, ihre Vergangenheit als “ordinäre” Sterbliche geheim zu halten, vor allem wenn sich diese auf einer Farm in Fairmount, Indiana, zwischen Schweinen und Rindern abgespielt hatte. Die Erwartungen von Stocks Arbeitgeber, dem Magazin “Life” waren entsprechend verhalten – genauso wie das Budget, das Stock für seinen Essay zur Verfügung gestellt wurde.

DVD-Cover Life

Trotz aller Schwächen ein Tipp für Dean-Fans.

Doch der Fotograf war in der Realität wohl genauso verbissen wie im Film – und er sollte Recht behalten. Mehrere Tage lang begleitete Stock Dean durch Manhattan und anschließend in seine Heimat Indiana und schoss dabei Fotos des Stars, die heute längst Kult sind: James Dean beim Bongospielen mit Freunden, beim Unterzeichnen von Autogrammen in seiner alten Highschool und im Schweinetrog auf der Farm seines Onkels. Eines davon, auf dem James Dean im Regen mit hochgeklapptem Mantelkragen über den Time Square läuft, ist mittlerweile zu einem der berühmtesten Bilder des 20. Jahrhunderts geworden. Sogar in einen offenen Sarg legte sich Dean für die Kamera – und irritierte den Fotografen damit ziemlich.

Dabei gelang Stock, was nur wenigen Zeitgenossen glückte. Er schloss Freundschaft mit dem ebenso unsicheren wie unberechenbaren Dean, eine Freundschaft, die ihn fast das Leben kostete. Aus einer Eingebung heraus lehnte Stock ab, als Dean anbot, ihn zu einer Fahrt mit seinem neuen Porsche mitzunehmen – und blieb so am Leben.

 

James Dean kann man nicht spielen

Diese Tatsache erschließt sich früh in “Life”. Dabei kann man weder Corbijn noch Dane deHaan (James Dean) einen Vorwurf machen, ja nicht einmal Robert Pattinson, dem die Verwandlung vom Vampir-Teenager in einen verbissenen Fotografen recht gut gelingt. Eigentlich ist der James-Dean-Film “Life” auch alles andere als ein schlechter Film, wenn man bereit ist, ein paar Längen zu überbrücken. Nur James Dean, wie er dem Zuschauer beim Abspann von den Originalfotos entgegenblickt, lässig die Kippe im Mundwinkel und mit dieser unnachahmlichen Mischung aus Coolness und Melancholie – der taucht irgendwie nicht auf im Film. Dane deHaan hatte so etwas wohl vorausgeahnt, als er die Rolle zunächst fünf Mal ablehnte, bevor er schließlich doch zusagte.

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James Dean in East of Eden / wikimedia.com

 

Man muss also bereit sein, ein paar Zugeständnisse zu machen. Dafür ist “Life” ein musikalischer Leckerbissen für Jazzfans und voll mit beeindruckenden Hochglanzbildern – ein bisschen viel Hochglanz vielleicht. Und irgendwie ist es auch ganz tröstlich, dass James Dean unkopierbar bleibt. So möchten wir ihn schließlich auch haben.

 

 

 

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