Review: Benny and the flybyniters “Watch yourself”

benny and the flybyniters

Ready to jump and jive? Wenn es nach “Benny and the flybyniters” geht, herrscht die ganze Nacht Bombenstimmung auf der Tanzfläche. Mit ihrer neuen Scheibe “Watch Yourself” transportieren die Australier ihre Hörer ohne Umwege zurück in die späten 40er und frühen 50er Jahre – und einmal dort angekommen, bleibt man gerne bis zum Morgengrauen.

 

Benny and the flybyniters "Watch Yourself" Albumcover

“Watch yourself” – ein passender Name für die neue Scheibe von Benny and the flybyniters.

Jump Blues zum Zehen-, Hüft- und Kopfwackeln

Oldschool ist das Motto. Wie auf den vorangegangenen Alben machen Benny Peters und seine fünf Mitstreiter auch auf “Watch Yourself” keinen Hehl daraus, wo ihre eigenen musikalischen Vorlieben liegen. Die reichen noch in die Zeit zurück, bevor Elvis mit seinem Schluckaufgesang zum Elternschreck wurde und Jerry Lee gemeinsam mit dem Teufel den Boogie Woogie auf die Spitze trieb. Statt Rockabilly steht hier der Jump Blues Pate und damit Namen wie Louis Jordan oder Big Joe Turner. Die hatten mit ihrem Uptempo-Rhyhm’n’Blues, röhrenden Saxophonen und Dampfhammerswing nach dem Zweiten Weltkrieg tanzlustigen Amerikanern quer durch die Staaten eingeheizt.

Benny Green mit Gitarre

Benny Peters lässt keinen Zweifel an seiner Liebe für Vintage.

Kein Grund, warum das nicht heute noch funktionieren sollte, sagen sich Benny and the flybyniters und bieten dem Hörer genau das, was schon vor über 60 Jahren für gute Laune sorgte: lässig swingende Grooves, treibende Saxophon-Riffs und ausgelassene Vocals. Das klappt unverschämt gut, was sicher zum einen daran liegt, dass die sechs Australier ihr Handwerk blind beherrschen. Zum anderen bringen sie die nötige Portion Lässigkeit dafür mit, dass “Watch Yourself” auch im direkten Partyvergleich mit den Original-Oldies nicht abstinkt.

 

Benny and the flybyniters bringen Rockabillies und Swing Cats in Stimmung

Auch wenn “Watch Yourself” klingt wie direkt in den frühen 50er Jahren aufgenommen, beschränken sich Benny and the flybyniters nicht aufs Kopieren. Im Gegenteil. Statt Cover bekannter Klassiker gibt es elf Eigenkompositionen. Aber keine Sorge: Die lassen sich spätestens beim zweiten Mal Hören mitsingen. Das Tanzen klappt auch schon beim ersten Mal problemlos. Ob die Boogienummer “Crazy, crazy, Baby” oder das fröhlich swingende “Drink it up”; Benny Peters und seine Mitstreiter dürften Rockabilly und Swing Fans gleichermaßen zum Zappeln bringen. Dazwischen ist Gelegenheit, gemütlich an die Bar zu schlendern, zum Beispiel bei “Mina’s Blues” oder “Texas Bounds”, und mit “The Blues is a Feeling” gibt es sogar moodige Klänge für die wehleidigen Momente – oder den Kater am Morgen danach.

Benny Green mit Gitarre nah

Gitarrenspiel für Blues- und Rockabillyliebhaber

 

“Feeling” beweist nicht nur Benny Peters mit authentisch geschmackvollem Gitarrenspiel. Auch seine musikalischen Kollegen lassen sich nicht lumpen. Wer auf kraftvolle Saxofonsoli steht, wird hier genauso glücklich wie Fans von Boogiepiano oder leidenschaftliche Jiver.

Watch yourself, Benny and the flybyniters are comin’!

 

 

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