Albumreview: Hot Boogie Chillun – 18 Reasons To Rock’n’Roll

Hot Boogie Chillun

Gute Gründe für Rock’n’Roll gibt es heute mehr als früher, zumindest wenn man nach Hot Boogie Chillun geht. Anlässlich ihrer Reunion hat die Kultband um The-BossHoss-Sänger Sascha Vollmer ihr letztes Album frisch aufgelegt und um 3 Bonustracks verlängert. Wir haben uns mal angehört, wie das Ganze 2018 so klingt.

 

Zum Jubiläum ein Kultalbum in neuer Auflage

Von The BossHoss kann man halten, was man mag. Für die einen ist die Berliner Combo Deutschlands Partyrockband Nummer Eins, für die anderen ein Haufen Möchtegern Cowboys und der perfekte Support für Helene Fischer. Dabei hatte Frontmann Sascha Vollmer früher ein Projekt, das selbst eingeschweißten Rockabillies ein anerkennendes Kopfnicken entlockte. Spätestens mit dem 2005 erschienenen “15 Reasons To Rock’n’Roll” etablierte sich Hot Boogie Chillun als kleine deutsche Rock’n’Roll-Sensation, nur um gleich danach von der Bildschwäche zu verschwinden.

Cover "18 Reasons To Rock'n'Roll"

Aus 15 wurden 18 – ein Jubiläumsgeschenk für Fans.

Wer diesen Zeiten hinterhertrauert, kann sich jetzt doppelt freuen. Denn nicht nur wird Hot Boogie Chillun in diesem Jahr auf ausgewählten Festivals wie dem Viva Las Vegas 2018 spielen. Die Band hat außerdem eine frisch überarbeitete Version von “15 Reasons To Rock’n’Roll” herausgebracht – unter leicht verändertem Namen. Schließlich sind die 15 Songs des Originals jetzt auf 18 angewachsen.

 

Hot Boogie Chillun klingen zeitlos frisch

Eine Überraschung dürfte “18 Reasons To Rock’n’Roll” vor allem für jene sein, die das erste Mal mit Hot Boogie Chillun in Berührung kommen. Von galoppierendem Partycountry, wie ihn The BossHoss zelebrieren, ist hier wenig bis gar nichts zu spüren. Stattdessen gibt es herrlich dreckigen und unangestrengten Rock’n’Roll. Der erinnert schon im Opener “What Happened To Me” an legendäre skandinavische Rockbands wie Gluecifer oder The Hellacopters, ohne wie eine Kopie zu klingen. Songs wie das Instrumental “Love And A45” überzeugen mit locker groovigem 60s Soul inklusive wummernder Orgel. Und heute noch ein Highlight ist das schon beim ersten Erscheinen der Platte vielbeachtete Turbo-Cover des Fleetwood-Mac-Songs “Oh Well”.

Dabei klingt Sascha Vollmer ungleich authentischer als bei seinem erfolgreichen Mainstream-Projekt. Währenddessen überzeugt der Rest der Band mit schnörkellosem und druckvollem Spiel ohne überflüssigen Schnickschnack. An Ohrwürmern mangelt es ebenfalls nicht. Wer keinen großen Wert auf sinnvolle Texte legt, der wird es sich bestimmt nicht nehmen lassen, in “You are like a volcano…” einzustimmen.

Und die drei Neulinge? Denen merkt man dann doch an, was der Frontmann der Band die letzten 12 Jahre so getrieben hat. Für The-BossHoss-Fans ein Grund mehr, “18 Reasons To Rock’n’Roll” in Rotation zu hören. Alle anderen können sich auf die 15 Songs des Originals beschränken. Die sind es in jedem Fall wert.

 

 

 

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