Rock’n’Roll-Musicals – unsere Favoriten

Grease - das Musical

In einer fremden Großstadt und Lust auf einen Abend, der im Gedächtnis bleibt? Warum nicht mal in ein schickes Kleid beziehungsweise Hemd schlüpfen und ab ins Theater? Die folgenden Rock’n’Roll-Musicals sorgen für Tanzlaune im Parkett!

1. Grease – der Klassiker unter den Rock’n’Roll-Musicals

Wer ein Faible für die 50s hat und Musicals liebt, kommt an Grease nicht vorbei. Dabei sah es ursprünglich gar nicht so aus, als ob die High-School-Romanze von Warren Casey und Jim Jacobs ein Kassenschlager werden würde. Die erste öffentliche Aufführung fand nicht in einem eleganten Theater, sondern in einem umrangierten Straßenbahnwagon statt. Doch schon im Jahr der Premiere am Broadway (1972) wurde das Stück für sieben Tony Awards nominiert. In Europa war es zunächst weniger erfolgreich, obwohl (oder weil?) der damals noch unbekannte Richard Gere die männliche Hauptrolle spielte. Heute ist Grease wahrscheinlich das Kult-Rock’n’Roll-Musical schlechthin – nicht zuletzt wegen der kongenialen Verfilmung mit einem schmalzgelockten John Travolta als Danny.

2. The Buddy Holly Story – der Rocker

Ohne ein bisschen Kitsch kommt kein Musical aus. Die 1989 erstmals aufgeführte Buddy Holly Story von Alan James hält sich in dieser Hinsicht jedoch angenehm zurück. Dafür serviert sie einen flotten Cocktail aus Songs des früh verstorbenen Ausnahmetalents und einiger seiner rockenden Zeitgenossen. Eingefleischte Holly-Fans werden aus der Geschichte vom Aufstieg des Stars mit der Hornbrille und seinem tragischen Ende wenig neue Erkenntnisse ziehen können. Dafür ist die Buddy Holly Story ein Rock’n’Roll-Musical, das diesen Namen verdient und, ist die Band in Schwung, für Tanzlaune sorgt. Hier kommen auch weniger romantisch veranlagte Rockabillies auf Ihre Kosten – ohne sich vorher in Stimmung trinken zu müssen.

3. Quadrophenia – das Mod-Musical

Auch 50s Fans möchten sich nicht ausschließlich in ihrem Lieblingsjahrzehnt aufhalten. Wer Lust auf einen Ausflug in die Beatles-Jahre hat, ist in Quadrophenia bestens aufgehoben. In dem Musical auf Basis der bahnbrechenden Rockoper von Pete Townshend und seinen Krawallbrüdern von The Who dreht sich alles um die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens im London der 60er Jahre. Eingebettet in den legendären Konflikt zwischen Rockers und Mods ist Quadrophenia ein unterhaltsamer Ausflug in die Swinging Sixties, untermalt vom krachigen Garagenrock einer Band, die man schon allein wegen ihrer Punkattitüte irgendwie gut finden muss.

4. Elvis – der King

Die Geschichte des King of Rock’n’Roll ist eigentlich ein “gefundenes Fressen” für Drehbuchschreiber und Produzenten. In Form von Elvis – das Musical ist sie einmal mehr ein Kassenschlager. Die Behauptung, dass es sich bei der Produktion von Sebastian Kurz um das erste und einzige Elvis-Musical handelt, ist …nun ja, falsch, aber man darf schon mal ein bisschen übertreiben im Entertainment-Business. Immerhin macht Hauptdarstellter Grahame Patrick eine ziemlich gute Figur als Elvis, unterstützt unter anderem von Ed Enoch, der mit seinen Stamps in den 70er Jahren den King persönlich live begleitet hatte. Dass die vielen dunklen Seiten im kurzen Leben des King of Rock’n’Roll hier allenfalls angeschnitten werden, war wohl nicht anders zu erwarten.

5. Memphis – der Geheimtipp

Memphis beweist, dass man in Rock’n’Roll-Musicals auch ein schwieriges Thema elegant verarbeiten und seinen Zuschauern ganz nebenbei eine richtig gute Zeit bescheren kann. Das Musical von Joe DiPietro und David Bryan spielt in der Rhythm’n-Blues-Szene von Memphis, zu der Zeit, als der Rock’n’Roll seine ersten zaghaften Flügelschläge machte. Mit der Liebesgeschichte zwischen einem weißen DJ und einer schwarzen Nachtclub-Sängerin widmet sich Memphis auf ziemlich intelligente Weise dem schwierigen Thema des Rassismus im amerikanischen Süden. Zusätzlich entwirft das Musical ein mitreißendes Bild von der pulsierenden Underground-Musikszene in Memphis. Garniert mit einem spritzigen Soundtrack, der allerdings mehr Funk und Soul als Rockabilly und mehr 60s als 50s ist, machen diese Eigenschaften das in Deutschland kaum bekannte Memphis zu einem echten Geheimtipp.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*