Bobber – Hot Rods auf zwei Rädern!

Wohl kaum ein Gefährt passt zum aufmüpfigen Charakter von Rock ‘n‘ Roll und Rockabilly so gut wie ein Hot Rod. Also ein bis auf das Notwendigste reduziertes, tiefergelegtes Vehikel mit einem Motor, dem in der Regel zusätzliche Pferdestärken verpasst worden sind. Das zweirädrige Pendant zu Hot Rods sind Bobber – auf die Vierziger- und Fünfzigerjahre zurückgehende Motorradumbauten mit jeder Menge Hot-Rod-Appeal!

Bobber-typische Ballonreifen mit grobem Profil kennzeichnen diesen Harley-Davidson-Knucklehead-Umbau.

Schneller und cooler

Spartanisch mutet der Sitz dieses Indian-Bobber an.

Die Vorgehensweise, einen Bobber auf die Räder zu stellen, war in den Kindertagen jener Umbauten vom Prinzip her so wie bei einem Hot Rod. Vorrangig ging es darum, den fahrbaren Untersatz von allem Unnötigen zu befreien, um ihn schneller zu machen und cooler aussehen zu lassen. Während die Motorrad-Zubehör-Industrie heute alle möglichen Austauschteile im Bobber-Stil anbietet oder wie etwa aktuell im Fall von Indian und Triumph, sogar Bobber direkt aus dem Herstellerkatalog geordert werden können, galt es in alten Zeiten, etwas aus dem zu machen, was vorhanden war. Wobei vielfach auf günstig zu habende Gebrauchtmaschinen zurückgegriffen wurde.

Zum Bobber mutiert

Neben dem Frisieren des Motors wurde bei den klassischen Bobber-Umbauten meist als erstes das hintere ab Werk zumeist recht ausladend ausgeführte Schutzblech entfernt und gegen den weniger voluminösen und zusätzlich gekürzten vorderen Fender getauscht. Die Vorderrad-Schutzbleche alter Harley-Davidson-Modelle zeichnen sich durch einen kleinen – “Bob“ genannten – Außenschwung am unteren Ende aus. Dadurch, dass der “Bob“ nach hinten wanderte, galt das Motorrad als “gebobt“ und war somit zum Bobber mutiert. Ein vorderes Schutzblech wurde, der Gewichtsersparnis zu Gute kommend, einfach weggelassen.

Charakteristische Merkmale

Auch britische Bikes, wie diese BSA, müssen zuweilen als Bobber herhalten.

Neben einem kurz gehaltenen Heckschutzblech gibt es eine Reihe weiterer charakteristischer Merkmale, die ein Motorrad als Bobber definieren. Wozu etwa Ballonreifen – zuweilen in Weißwandausführung – sowie Speichenfelgen und ein spartanisch gehaltener Sitz gehören. Über allem steht Abspecken beziehungsweise nicht Notwendiges wegzulassen oder aber auch einzelne Serienteile zugunsten von einem individuellen Stil zuträglichen Komponenten zu tauschen.

Stilgerecht gebobt

Den fließenden Übergang zwischen Bobber und Chopper zeigt diese Horex.

Fließend sind die Übergänge zwischen Bobbern und Choppern – also Bikes, die ebenfalls gestrippt sind, sich aber durch lange Gabeln, vielfach sehr kleine Tanks sowie weit in den Himmel ragende Rücklehnen und Stufensitzbänke auszeichnen. Bobber werden oft mit Umbauten auf Harley- oder Indian-Basis in Verbindung gebracht. Wie die hier gezeigten Bilder teilweise belegen, kann im Prinzip aber jedes Motorrad stilgerecht gebobt werden – von britischen Bikes wie Triumph oder BSA bis hin zur deutschen Horex. Auch spielt das Baujahr keine Rolle. Sowohl aus den Garagen privater Schrauber, als auch den Werkstätten professioneller Customizer rollen bis heute Bobber. Welche zuweilen gar auf Basis brandaktueller Motorradmodelle entstanden sind – allesamt jedoch den unverkennbaren Look aufweisen, der mit den Vierziger- und Fünfzigerjahren verwurzelt ist.

 

Wohl nur das mit Motorrad-Oldtimern vertraute Auge erkennt die heute sehr seltene Indian Warrior in diesem Bobber.

Der Bobber-Philosophie entsprechend, hat die hier gezeigte Triumph kein vorderes Schutzblech.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Sandy_a.k.a_Jake

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