Rockabilly-Filmklassiker – Bad Boys Never Die (Roadracers)

Die Geschichte vom jugendlichen Rebellen, der aus der erdrückenden Idylle seiner Heimatstadt ausbrechen  möchte, ist viel älter als der Rock’n’Roll und das Kino. Allerdings lassen sich alle diese Elemente hervorragend verbinden. Das beweist auch der mittlerweile schon Kultstatus genießende Streifen “Bad Boys Never Die”, im Original “Roadracers” von Regisseur Robert Rodriguez. Wer auf der Suche nach einem schwungvollen Popcorn-und-Bier-Movie mit viel 50s-Flair und einem knackigen Rockabilly-Soundtrack ist, darf hier beruhigt zugreifen.

Dude, Donna und Teddy – Ärger in der Kleinstadt

Dude ist ein lupenreiner Greaser, der in seiner Freizeit nichts lieber macht, als seine Rock’n’Roll-Künste auf der Gitarre auszureizen – abgesehen davon, dass er sich mit der hübschen Donna trifft. Sein größtes Pech besteht darin, dass sein Kontrahent Teddy der Sohn des örtlichen Sheriffs ist  und sich Vater und Sohn darin einig sind, dass der Outlaw Dude zur Rechengeschaft gezogen werden muss. Allerdings enden Teddys Versuche, Dude auf seinen Platz zu verweisen, in einem Fiasko nach dem anderen. Wer Pomade als effektive Waffe auf der Rollschuhbahn einsetzen kann, ist eben nicht so leicht in den Griff zu bekommen.

Schließlich endet die Geschichte so, wie es kommen musste – nämlich in Mord und Totschlag. Während Dude sich dazu entschieden hat, bei einer lokalen Band vorzuspielen, um seinen Traum vom Rockabilly-Star ein Stück näher zu kommen, sind Sarge und Teddy darüber übereingekommen, ihrem Gegner das Licht auszublasen. Dass das nicht so einfach ist, versteht sich von selbst…

Robert Rodriguez, der “Mariachi Style” und Hollywood.

Als Robert Rodriguez die Arbeit an dem 1994 erschienenen “Roadracers” begann, stand der Regisseur noch relativ am Anfang seiner Karriere. Einen Namen gemacht hatte er sich zwei Jahre zuvor mit “El Mariachi”. Dabei hatte Rodriguez auch bereits sein besonderes Talent bewiesen, aus einem geringen Budget (sage und schreibe 7.000 Dollar, die Rodriguez zu einem Teil selbst bei medizinischen Tests verdient hatte) Erstaunliches herauszuholen. Für “Roadracers” arbeitete der Regisseur das erste Mal mit einer Hollywood-Crew zusammen, mehr oder weniger spontan. Denn eigentlich sollte der Streifen, der Teil der Film-Serie “Rebel Highway” war, von Horrormeister Wes Craven gedreht werden. Doch dieser hatte sich kurzerhand dazu entschlossen, lieber das Sequel “New Nightmare” abzudrehen.

Robert Rodriguez 2007

Robert Rodriguez 2007 / wikimedia.com

So kamen Hollywood und Rodriguez miteinander in Kontakt. Glaubt man den Erinnerungen von Rodriguez an die Dreharbeiten, die unter dem Titel “Roadracers: The Making of a Degenerate Hot Rod Flick” erschienen, so handelte es sich dabei nicht um Liebe auf den ersten Blick. In jedem Fall lieferte der Regisseur auch in diesem Fall beeindruckende Arbeit ab. Insgesamt dauerte die Drehzeit nicht mehr als 13 Tage und mit 72 Kamera-Einstellungen einer einzigen Kamera an einem Tag gelang Rodriguez sein persönlicher Geschwindigkeitsrekord.

Johnny Reno, Link Wray und Rock’n’Roll

“Roadracers” alias “Bad Boys Never Die” überzeugt vor allem als lupenreines Rock’n’Roll-Movie mit der perfekten Verbindung von 50s-Ästhetik, Witz, Schwung und einem richtig guten Soundtrack. Nach eigenen Aussagen stand es für Rodriguez – selbst Gitarrist – von Beginn der Dreharbeiten zu “Roadracers” fest, dass der Soundtrack seinen Vorstellungen entsprechen musste. In diesem Sinne verpflichtete der Regisseur einen alten Schulfreund und Saxophonisten Johnny Reno – unter anderem Gründungsmitglied von Double Trouble, der legendären Begleitband von Blueslegende Stevie Ray Vaughan – um gemeinsam mit ihm für die passende musikalische Untermalung zu sorgen.

Neben Reno selbst gibt es in “Roadracers” jede Menge Link Wray zu hören, den Halbindianer, der mit seinen scheppernd-rockigen Instrumentals dem Rock’n’Roll schon Ende der 50er eine Spur Punk beimischte. Abgerundet wird das Paket durch die One-Man-Band Hasil Adkins und Rockabilly-Pionier Charlie Feathers. Da kann eigenlich nicht viel schiefgehen – zumindest musikalisch.

 

 

 

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