Album Review: Lenne Brothers Band – “Rocking Live Around The Fire Station”

Die Auflösung der Lennerockers – einem der absoluten Urgesteine des Rockabilly-Revivals der 80er-Jahre – kam Ende 2016 für viele Fans völlig unerwartet. Doch in Form der Lenne Brothers Band brachten die in Hohenlimburg an der Lenne geborenen Brüder Michael “Ele” und Stefan “Teddy” Koch umgehend eine neue Combo an den Start. Welche mit “Rocking Live Around The Fire Station” nun ein überaus hörenswertes Live-Album präsentiert.

Unermüdlich unterwegs

Gemeinsam Rock ‘n’ Roll machen Ele und Teddy seit 1984. Mit den Lennerockers haben sie an die 2500 Konzerte in mehr als 20 Ländern absolviert und über 60.000 Tonträger verkauft. 2003 sorgte die Band mit einem Auftritt in einem Flugzeug sogar für einen im Guinness-Buch eingetragenen Weltrekord für das „Höchste Konzert“.

Seit dem Ende der Lennerockers sind Ele und Teddy – ergänzt von Claus Coxx und Andreas Kässens – unermüdlich mit der Lenne Brothers Band unterwegs. Nach einem Studio-Album (2017), einer Single (2018) sowie einer Weihnachts-CD (2018) war es nur allzu naheliegend auch ein Live-Album herauszubringen.

 

“Rocking Live Around The Fire Station”, ist beim Hamburger Label AGR Television Records erschienen.

 

Eigenes Material und gecoverte Songs

“Rocking Live Around The Fire Station” bietet 17 Stücke, die 2019 bei einem Festival an der Feuerwache in Hohenlimburg aufgenommen wurden. Zudem sind drei Bonustracks von einem Konzert in Berlin enthalten. Bei gut der Hälfte der Songs handelt es sich um eigenes Material, teilweise aus Lennerockers-Zeiten. Zudem werden Klassiker wie der “Folsom Prison Blues” von Johnny Cash, “Matchbox” von Carl Perkins, “Tear It Up” von Johnny Burnette oder “Call Me The Breeze” von J.J. Cale gecovert.

Wie schon im Fall der Lennerockers, ist auch die Musik der Lenne Brothers Band stark mit den Spielarten der amerikanischen “Roots Music”, wie etwa Rock ‘n’ Roll , Country oder Blues verwachsen. Die in das Rockabilly-Revival der 80er-Jahre zurückreichenden Wurzeln sind dabei jedoch unverkennbar. Einiges klingt ein wenig britisch. Crazy Cavan oder die Flyin’ Saucers lassen grüßen. Und das nicht allein bei “Old Black Joe” oder “Some Like It Hot”.

 

Unverkennbarer Sound

Es sind vor allem aber auch die eigenen Sachen wie “Guitar Slinger”, “Choo Choo Billy Train”, “Rocking And Trucking” und nicht zuletzt der Titel-Song “Rocking Live Around The Fire Station”, die den unverkennbaren Sound der Lenne Brothers Band ausmachen. Wozu ganz sicher neben der einprägsamen Stimme von Ele auch der Einsatz eines akustischen Pianos gehört – nicht allein im Studio, sondern auch auf der Bühne. Besonders bemerkenswert: Bei den Lennerockers hatte Teddy den Piano-Part übernommen. Nun spielt er Gitarre, Ele dagegen greift in die Tasten. Und beide erledigen ihren Part fraglos sehr überzeugend, während Claus Coxx und Andreas Kässens mit Bass und Schlagzeug ein erdiges Fundament legen. Alle Jungs zusammen klingen dabei stets wie eine Einheit, der es vor allem um das Ganze geht. Niemand will dem anderen die Show stehlen. Es gibt tolle Soli, die jedoch immer wohldosiert sind und niemals ausufern. Cooler Rock ‘n’ Roll halt, der so richtig in die Ohren und Beine geht!

Gleich nach der Auflösung der Lennerockers im Jahre 2016 wurden die Lenne Brothers Band gegründet.

 

Mehr unter: www.lennebrothersband.de

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