Crazy Teds from Japan – Europe Tour 2014

Crazy Teds Europe Tour 2014

Die Crazy Teds aus Osaka, der zweitgrößten Stadt Japans (nach Tokyo), gründeten sich bereits im Jahr 1995. Kurz vor ihrem zwanzigsten Bandjubiläum im kommenden Jahr geht das Trio nach 2003 und 2007 zum dritten mal auf große Europa-Tournee. Mit im Gepäck wird die Combo ihr neues Album „Banzai! Teddyboy Rules Ok!“ haben, welches wie immer aus CLASSIC 50’S ROCK & ROLL und REVIVAL ROCK & ROLL im Stile der 80er Jahre beinhalten wird…!!!

Crazy Ted European Tour 2014

Crazy Ted European Tour 2014

Seit also alle dabei… „BANZAI! TEDDYBOY RULES OK!“

Wir haben die Gelegenheit  genutzt und den Crazy Teds auf Ihrer Europe Tour 2014 ein paar Fragen gestellt.
An dieser Stelle möchten wir uns auch noch bei Bernd von den Jungle Tigers bedanken, der der sowohl das Interview führte und auch den Text für uns ins deutsche übersetzte.

Die Crazy Teds im Interview

Wie seid ihr eigentlich zum Rockabilly gekommen? Habt ihr vorher schon andere Musik gespielt?

Hiroo: Ich habe mit 13 Jahren angefangen Gitarre und Bass zu spielen. Damals habe ich Stray Cats und auch Elvis gehört und viele Lieder nachgespielt. Andere Musik gab es für mich nie. Once a Ted always Ted!

Masako: Ich habe auch als Teenager schon Rockabilly gehört. Über Freunde habe ich dann Hiroo kennengelernt und irgendwann war ich dann auch Teil seiner Band.

Wenn ihr eure Konzerterfahrungen in Japan und in Europa vergleicht, was für einen Eindruck habt Ihr davon, wie sich die Fans der Musik unterscheiden – oder auch nicht?

Hiroo: Die Fans in Japan und Europa unterscheiden sich nicht wirklich. Bei beiden merkt man die Leidenschaft für den Rock’n’Roll und den Spaß den sie damit verbinden. Aber natürlich ist es immer etwas ganz besonderes in Europa zu spielen. Auch hier haben wir Fans, die uns schon lange begleiten und wir immer wieder sehen. Das ist sehr schön!

Euer letztes Album hatte den Titel „Rock´n´Roll is still alive“ und euer neues Album heißt „Banzai! Teddy Boy Rules OK!“. Das klingt fast danach, als hätte die Rockabilly-Begeisterung in den letzten Jahren in Japan zugenommen. Wie hat sich denn „die Szene“ in eurer Heimat verändert, seit Ihr Musik macht?

Hiroo: Seit zwanzig Jahren organisiere ich Rock’n’Roll Konzerte auch mit anderen Bands. Leider ist die Teddy Boy Szene in Osaka seitdem immer kleiner geworden. Anfangs habe ich monatlich Gigs organisiert, inzwischen nur noch vierteljährlich.

Masako: In Europa scheint die Teddy Boy Szene noch sehr viel aktiver zu sein als bei uns zuhause. Aber Spaß haben wir bei uns in Osaka trotzdem.

Auch die Musik auf eurem neuen Album klingt in positiver Weise sehr traditionell. Worin seht ihr den Unterschied zwischen „Rock´n´Roll is still alive“ und „Banzai! Teddy Boy Rules OK!“?

Hiroo: Wir versuchen weiterhin den klassischen Teddy Boy Rock’n’Roll am Leben zu halten. In Japan werden Teddy Boys oft gar nicht mit Rockabilly in Verbindung gebracht. Die meisten denken bei Rockabilly nur an die USA. Dass Rockabilly auch vor langer Zeit Wurzeln in Europa geschlagen und dort eine ganz eigene Richtung entwickelt hat, wissen die meisten Japaner nicht. So werden Teds oft der Punk Szene zugeordnet. Dem wollen wir entgegenwirken.

Die Musik der Crazy Teds klingt meistens nach sehr viel guter Laune und Lebensfreude. Ist das das, was Ihr am meisten mit Rockabilly und Rock´n´Roll verbindet – Spaß haben, feiern und tanzen?

Hiroo: Die Leidenschaft für die Musik und den Lebensstil stehen für uns im Vordergrund. Dass wir auch auf der Bühne Spaß haben gehört dazu, nur so haben auch die Leute vor der Bühne eine gute Zeit. Wir genießen es mit unseren Fans und Freunden zu feiern – egal ob in Japan oder Europa.

Ihr seid eine der wenigen japanischen Rockabilly-Bands, die einmal durch Europa touren. Auf der anderen Seite gibt es aber doch viele europäische und amerikanische Gruppen, die in eurer Heimat spielen. Woher kommt dieses Ungleichgewicht?

Hiroo: Die japanischen Bands sind leider meistens nur in Japan bekannt. Amerika und Europa interessieren sich wahrscheinlich nicht genug für sie. Umgekehrt hören wir aber viele europäische und amerikanische Bands und holen sie dann auch mal rüber. Wir sind schon vor zwanzig Jahren regelmäßig auf das Teddy Boy Weekender nach England gefahren, haben Leute kennengelernt und viele Freundschaften geschlossen. Damals war das alles noch ohne Internet und mit viel mehr Aufwand verbunden. Unser größter Traum war es immer mal in Europa zu spielen. Unser Freund Bernd Holzapfel (von den JUNGLE TIGERS) hat uns dann diesen Traum verwirklicht. Inzwischen sind wir schon das dritte Mal auf Tour und lieben es. Aber ohne persönliche Kontakte ist es wahrscheinlich sehr schwer für japanische Bands im Ausland auf Tour zu gehen.

Es gibt ja immer wieder japanische Rockabilly-Gruppen, die auch in Ihrer Heimatsprache singen. Käme das für euch in Frage, einmal ein Album in Japanisch zu produzieren?

Hiroo: Nein, das kommt für uns nicht in Frage. Wir spielen britischen Teddy Boy Rock’n’Roll und werden deshalb auch weiterhin englisch singen.

Schlagzeugerinnen sind insgesamt noch seltener als weibliche Bassistinnen und Gitarristinnen. Auch in der Rockabilly-Szene seid Ihr damit eine große Ausnahme. Masako, wie sind deine Erfahrungen als Drummerin unter lauter männlichen Kollegen? Fühlt man sich da manchmal ein wenig einsam?

Masako: Einsam fühle ich mich nicht, denn ich habe ja immer meinen Ehemann Hiroo dabei. Als Drummerin habe ich auch mit dem Publikum nur gute Erfahrungen gemacht.

Hiroo: Ich glaube, die Leute mögen es auch mal eine Frau am Schlagzeug zu sehen. Außerdem singt Masako auch einige Songs und ist damit für alle eine große Bereicherung.

Was nehmt ihr von eurer dritten Europatournee im Jahr 2014 mit nach Hause – außer guten Erinnerungen hoffentlich?

crazy teds im Red Hot and Blue

Crazy Teds aus Japan im Red Hot and Blue (Aug,2014)

Hiroo: Wir freuen uns immer wieder über die vielen netten Leute und Freunde, die wir treffen und die Herzlichkeit mit der wir empfangen werden. Die Stimmung auf der Tour war super und wird uns immer in guter Erinnerung bleiben.

CRAZY TEDS – BANDGESCHICHTE (1995-2014):

Die Crazy Teds, Japans führende und älteste Teddyboy-Band, wurden in Osaka, der zweitgrößten Stadt Japans (nach Tokyo) von Hiroo Takahashi und seinem Bruder Michio gegründet. Dank der Rock’n’Roll–Welle, welche Anfang der 80er Jahre durch Bands wie die Stray Cats, Matchbox und Shakin Stevens auch über den großen Teich bis nach Japan schwappte, entdeckten die beiden schon im zarten Alter von 13 Jahren ihre Liebe zur Musik der 50er Jahre.

Jedoch dauerte es einige Jahre (um Instrumente zu erlernen) bis sie persönlich als Musiker und nicht „nur“ als reine Konsumenten ins Musikgeschehen eingriffen:

Ungefähr 10 Jahre später gründete man im Jahre 1995 zusammen mit Kiyoshi die Crazy Teds.Das Live-Programm beinhaltet seit diesen Tagen an viele Klassiker von Interpreten wie Elvis Presley, Carl Perkins, Jerry Lee Lewis über Coversongs modernerer Bands wie Crazy Cavan & The Rhythm Rockers, Black Knights, Flying Saucers und Matchbox bis hin zu Eigenkompositionen.

Somit spiegelt das Programm auch die persönlichen musikalischen Vorlieben der Bandmitglieder wieder: Einfach eine gute Mischung aus CLASSIC 50’s und REVIVAL ROCK & ROLL der 80er Jahre…!!!

Nach mehreren Bandumbesetzungen, aufgrund familiärer und/oder Berufsmäßiger Gründe, stießen im Oktober 2001 Ritchie Sugihara und Ken Miyazaki zur Band (beide spielten vorher zusammen in einer Band namens „RAILROAD ROCK“). In dieser Besetzung nahm das Trio im Juli 2002 (u.a. mit Special Guest „Mr.Pan“, bekannt aus diversen Surfbands wie den STERN FACE MEN sowie der 60’s Beat Combo „THE NEATBEATS“) vier Songs auf, welche auf dem deutschen Label DIABLO RECORDS erschienen sind – die erste Veröffentlichung der Jungs auf dem europäischen Markt…!

Mit der neuen Platte im Gepäck ging es dann im Herbst 2003 das erste mal auf Europa-Tournee, welche u.a. Auftritte in Deutschland, Frankreich und Spanien beinhaltete.Obwohl kurz vor der Tour Schlagzeuger Ken aus privaten Gründen die Band verließ und durch Hiroo’s Ehefrau Masako ersetzt werden musste, wurde die Tournee ein voller Erfolg und die Band erspielte sich eine große neue Fangemeinde außerhalb Japan’s. Rechtzeitig zur Tournee wurde in der neuen Besetzung die Single „South gonna rise again“ veröffentlicht, welche ebenfalls auf DIABLO RECORDS erschien. Kurz nach der Tour kehrte auch Ritchie der Band aus familiären Gründen den Rücken und wurde durch Satoshi ersetzt, welcher wiederum im Frühjahr 2006 ebenfalls den Dienst quittieren musste, da sich die vielen Auftritte der Band zeitlich nicht länger mit seinem Studium vereinbaren ließen. Kurzerhand wurde Keishi, ein alter Freund von Hiroo und Masako und nebenher auch noch in der Rocker-Band SHAKIN ROCKERS aktiv (welche ebenfalls eine EP namens CRAZY ROCKER GIRL auf DIABLO RECORDS veröffentlicht haben), für die Gitarre verpflichtet, und es schien, dass die Combo nun endlich nach den Jahren zahlreicher Umbesetzungen ihre perfekte Formation gefunden hatte. Jedoch verließ auch Keishi die Band wieder und Satishi kehrte überraschend zurück.

Mit Keishi an der Gitarre nahm das Trio dann Anfang 2007 das Album „Rock & Roll is still alive!” (Time Bomb Records, Japan /BOMBCD 84 ) auf, mit dem es dann im Juni desselben Jahres zum zweiten mal auf große Europatournee ging! Im Jahr 2008 verliess Satoshi die Combo wieder; Hiroo wechselte vom Bass an die Gitarre; und Tommy (ein alter Freund der Band von den „SHAKIN’ ROCKERS“) spielte fortan am Bass.

Nach sieben Jahren des Wartens ist es 2014 nun endlich soweit:
Mit neuem Album namens Banzai! Teddyboy Rules Ok!” (Rebel Music Records, Germany /RM 5013) kommen die drei Japaner zum dritten mal über den großen teich auf Tournee in Europa.

Seit also alle dabei… „BANZAI! TEDDYBOY RULES OK!“

Crazy Teds Website

CRAZY TEDS – Line Up 2014

Mr. Hiroo Takahashi – Gitarre & Vocals

Mrs. Masako Takahashi – Drums & Vocals

Mr. Keisuke „Tommy“ Tominaga – Double Bass & Vocals

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