Rockabilly Freakout – Kustom Car mit Hot-Rod-Anleihen

Wie müsste das ultimative Rockabilly-Mobil aussehen? Ein Auto, welches perfekt zu den Attributen jener wilden und energiegeladenen Musik passt … Die Antwort für sich fand Karl Büche aus Österreich in einem “Rockabilly Freakout” getauften 1949er Mercury Coupe.

Fernab der Serie wurde das 1949er Mercury Coupe aufwendig umgebaut.

Als Rockabilly-Tribut ein Auto aus einer Zeit, als diese Musik noch gar nicht geboren war? Allzu abwegig ist die Idee nicht. Denn jugendliche Greaser legten sich in den Fünfzigern gerne Autos aus den Dreißigern oder Vierzigern zu. Diese waren zu erschwinglichen Gebrauchtwagen geworden und die ideale Basis für eine aufgemotzte Karre. Meist ging es bei den Hinterhofschraubereien vor allem um eine gehörige Portion Pferdestärken. Schließlich wollte man beim nächsten Ampelrennen die Nase vorn haben.

Technisch und optisch aufwendiger Umbau

 

Kustom Made – Jede Menge individuelle Handarbeit steckt im Innenraum.

Karls Mercury ist aber alles andere als ein bloßes Kraftpaket. Es handelt sich vielmehr um einen nicht allein von der Technik, sondern auch von der Optik her, sehr aufwendigen Umbau. Autos derartiger Güteklasse auf die Räder zu stellen, hat eine lange Tradition. Erwähnt seien nur die automobilen Kreationen aus den Werkstätten von Kustom- und Hot-Rod-Legenden wie George Barris, Dean Moon, Bill Hines oder Ed “Big Daddy” Roth. Auch im Fall des “Rockabilly Freakout” wurde von professioneller Seite Hand angelegt. Karl wandte sich an Knud Tiroch, der in Traiskirchen nahe Wien den Hot Rod Hangar – eine überaus renommierte Kustom-Schmiede – betreibt.

Ein lang gehegter Traum wurde Realität

 

Viele Ideen für das Design des “Rockabilly Freakout” holte sich Knud Tiroch (rechts) aus der von Karl Büche (links) vor Beginn des Projekts geschriebenen Geschichte.

Vom Rockabilly-Virus infiziert wurde Karl während des Revivals in den Achtzigern. Mit Songs von Bands wie den Stray Cats, The Jets, Matchbox oder Originalen der Boppin’ Fifties im Ohr, träumte er schon damals von einem eigenen US-Car. Der Wunsch ließ sich als Halbwüchsiger jedoch absolut nicht verwirklichen. Heute ist Karl 47 Jahre alt und Geschäftsführer eines mittelständigen österreichischen Kosmetikunternehmens. Rockabilly begeistert ihn nach wie vor, und so kam es dazu, dass der lang gehegte Traum endlich Realität wurde.

700 PS starker 572-ci-Chevrolet-Crate-V8-Motor

 

Unter der Haube arbeitet ein 700 PS starker 572-ci-Chevrolet-Crate-V8-Motor.

Es begann damit, dass Karl seine Vision vom “Rockabilly Freakout” in einer Geschichte niederschrieb. Eine Horror-Story, aus der sich schließlich etliche Details im Zusammenhang mit dem Design des Mercury herleiteten. Knud war echt begeistert von der Geschichte und hatte so reichlich Inspirationen für den Aufbau des “Rockabilly Freakout”. Es entstand ein Kustom Car mit Hot-Rod-Anleihen. Zu den besonderen Features zählen unter anderem der 700 PS starke 572-ci-Chevrolet-Crate-V8-Motor, seitlich austretende Auspuffrohre, ein absenkbares Fahrwerk, Stahlscheibenräder, verschiedene Karosserieänderungen, eine Lackierung in speziell angemischtem Mocca Black mit Flammen und Airbrush-Totenkopf-Hologrammen sowie ein komplett in Handarbeit neu gestalteter Innenraum.

Etliche Preise eingeheimst

Der “Rockabilly Freakout” ist gleichermaßen für “Show” und “Go” geeignet. So fährt Karl den Mercury im Alltag und steuert damit auch viele Events an. Bei Letzteren hat er bereits etliche Preise eingeheimst. Wozu der “Billy F Gibbons Special Award” bei der Bilsport Performance Show im schwedischen Jönköping, der auf der Oslo Motor Show von John D’Agostiono vergebene “Sonax Chrystal Award of Excellence” sowie der “Best of Show”-Titel bei der Kustom Kulture Forever in Herten gehören.

Fotos: Dirk “The Pixeleye“ Behlau

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